Mittwoch, 24. Dezember 2014

Gleimstraße 52: Die „Muppet Show“ aus der Gleimstraße 52

Gleimstraße 52

Als „Muppet Show“ bezeichnete der Mitarbeiter der INTER Stadt- und Wohnungsbau GmbH & Co. Immobilienhandels KG Nicolas Burmeister die Mieter_innen, die sich am 23.10.2014 zur solidarischen Unterstützung des Mieters, aus dem Hinterhaus 1. OG. links, in der Gleimstraße 52, versammelten. Wie Herr Burmeister zu dieser Erkenntnis gelangte, blieb bis jetzt im Verborgenen. Auch welche Figuren und Konstellationen konkret gemeint waren, ist uns bis heute ein Rätsel. Aber wahrscheinlich meinte der Geschäftsführer der Interra Hausvervaltung GmbH, HRB143260B, so etwas in der Art, oder etwa nicht?


Als Anlass des Termins nahm Herr Burmeister einen Artikel im Blog über die aktuelle „Spülsituation“ in der Wohnung des betroffenen Mieters.





Gedächtnisprotokoll vom 23.10.2014 - 8:00 Uhr
Ort: Gleimstraße 52, QG. 1.OG links,WE 14, Mieter Mirzac
Angekündigte Maßnahmen: Reparatur der Toilettenspülung, und Behebung weiterer Mängel durch einen Maler.
Angekündigte Personen: Nicolas Burmeister, Sanitärfachmann, Maler
Diverse Zeugen.

07:58 Klopfen an der Tür.
Mirzac macht die Tür auf.
Burmeister: stellt seinen Fuß auf die Türschwelle Morgen. Wir sind gekommen Schäden zu beheben.
Mirzac: Einen Moment bitte, wir warten noch auf meine Anwältin.
Burmeister: Was ist das für eine Muppet Show hier! Wir sind angekündigt, um die Schäden zu beheben!
Mirzac schließt behutsam die Tür.
08:00 Die Anwältin wird im Hof auf dem Weg zur Wohnung des Mieters von Herrn Burmeister angesprochen, er fuchtelt mit den Händen, wahrscheinlich beschwert er sich.
Die Anwältin betritt die Wohnung, kurz danach Klopfen.
Mirzac öffnet die Tür.
Burmeister: Das ist der Sanitärmensch.
Mirzac: Kann ich den Ausweis sehen?
Der Sanitärmensch zeigt den Ausweis, Mirzac liest den Namen vor.
Herr Burmeister und der Sanitärmensch kommen rein, sprechen mit der Anwältin.
Anwältin: Jetzt kommt also erst der Sanitärmensch und der Maler?
Burmeister im Flur: Gibt es hier kein Licht?
Mirzac: Das Licht funktioniert nicht, das wissen Sie doch.
Herr Burmeister und der Sanitärmensch gehen ins Bad. Mirzac dreht den Haupthahn auf und zu, um den Schaden vorzuführen.
Sanitärmensch: Kann man reparieren.
Burmeister: Und wenn es nicht mit der Druckspülung funktioniert, kann man vielleicht einen Spülkasten anbauen.
Mirzac: Hauptsache keinen Eimer mehr.
Anwältin: Wann kommt der Maler?
Burmeister: Kann ich in eine Stunde herholen, kein Problem.
Anwältin: Und wie sieht es mit dem Elektriker aus?
Burmeister: Weißen, ja?
Mirzac: Muss man aber erst die Rußpartikel entfernen, das kann man nicht einfach übermalern. Die Tapete muss zuerst runter.
Anwältin: Wäre es dann nicht sinnvoller, wenn erst der Elektriker vor dem Maler kommt?
Burmeister: Die Lampe geht nicht, oder was?
Mirzac: Die Lampe und die Gegensprechanlage auch nicht.
Burmeister: Wie wär´s denn mal mit ´ner Modernisierung, Herr Mirzac, nur mal so? Wie wäre es mit einer Schwammsanierung? Alles Schwamm hier! Gar nichts, gar nichts, keinen Cent investieren wir in diese Wohnung, das wissen Sie genau so gut, wie ich!
Anwältin: Kommt erst der Maler und dann der Elektriker, ist das nicht ungünstig?
Burmeister: Das ist dann Schicksal.
Anwältin: Für wen?
Burmeister: Für den Maler.
Herr Burmeister erklärt, er kommt noch mal in einer halben Stunde vorbei und knallt beim Rausgehen die Tür so zu, dass fast die Decke runterkommt.
Mirzac: Was war das jetzt?
Kurz darauf, klopfen an der Tür, Mirzac macht auf.
Burmeister: Es kommt heute keiner mehr!
Rennt weg, keine Nachfragen mehr möglich.
Sanitärmensch arbeitet im Bad an der Spülung.
Der Druckspülknopf funktioniert, allerdings wird nicht ausreichend Spüldruck erzeugt.
Die Anwältin fragt nach, ob es trotzdem bei dem eingebauten Druckspülknopf bleiben soll.
Sanitärmensch: Es geht ja jetzt wieder, war denn vorher mehr Druck?
Anwältin: War vor der Strangsanierung, ist schon so lange her.
Sanitärmensch: An der Leitung selbst kann ich ja nix machen.
Mirzac: Das ist für mich keine Mängelbeseitigung, da werde ich nix unterschreiben.
Alle Zeugen begutachten die Spülsituation der Toilette. Sind sich einig, der Druck reicht nicht aus.
Sanitärmensch liest die Gebrauchsanweisung durch und versucht den Spüldruck zu erhöhen.
Anwältin: Ist es denn nicht eine Option einen Spülkasten einzubauen, hat Herr Burmeister doch selbst vorgeschlagen.
Sanitärmensch überlegt wie er einen Spülkasten anbauen könnte.
Sanitärmensch: Irgendwie geht das schon, muss man sich nur die Position überlegen.
Mirzac: Ich will nur wie ein Mensch aufs Klo gehen.
Anwältin: Gibt ja noch das russische Model.
Alle lachen.
Sanitärmensch: Ist eher schlecht, da müsste ich ja an die Rohre ran. Das Klo steht scheiße für einen Spülkasten.
Anwältin: Und es liegt auch nicht an dem Model vom Druckspülkasten?
Sanitärmensch:Nein, das liegt am Druck.
Mirzac: Soll doch Herr Burmeister so aufs Klo gehen, sein Leben lang. Ich bin damit nicht zufrieden.
Sanitärmensch: Ich verstehe das schon.
Anwältin: Vielleicht müsste man die Toilette 10 cm nach vorne versetzten.
Sanitärmensch: Das ginge schon – ich muss mal telefonieren.
Telefoniert mit Burmeister.
Sanitärmensch: Ich bin hier soweit fertig. Aber es gibt keinen richtigen Druck für die Spülung. Ja eigentlich funktioniert´s. Ja mit einem Spülkasten krieg ichs heute hin. Dann baue ich einen ein.
Legt auf. Ruft aber gleich nochmal bei Burmeister an.
Sanitärmensch: Was ist denn mit dem Druckspüler, den hab ich ja schon eingebaut und kann ihn nicht mehr zurückbringen, den muss ich dann auf die Rechnung schreiben.
Sanitärmensch geht zum Auto um zusehen, ob er alle nötigen Materialien dabei hat um den Spülkasten einzubauen. Alles vorhanden. Beginnt mit dem Einbau.
9:45 Spülkasten angebaut, funktioniert bestens.
Sanitärmensch: So finde ich das auch besser. Ich kann ja auch nur machen, was der Burmeister mir sagt. Unterschreiben sie mir jetzt was? Burmeister hat gesagt; mach was womit er zufrieden ist und ich bezahl´s.
Sanitärmensch schreibt Rechnung in zweifacher Ausfertigung, erklärt Mirzac die Rechnung.
Mirzac unterschreibt.
Sanitärmensch packt zusammen, erzählt, er fährt jetzt in die Wisbyer Strasse 6 und geht.
Termin beendet.

Also, keinen Cent wird Nicolas („Nici“) Burmeister in die Wohnung des betroffenen Mieters investieren. Wahrlich, es gibt schönere Dinge auf dieser Welt, die eine Investition wert sind, zum Beispiel, die Aussicht auf die Bucht von San Francisco, oder die Sonnenuntergänge in Los Angeles Malibu Beach, oder aber auch der Aufenthalt bei The Range 702. Dem wäre auch nichts hinzuzufügen, Herr Burmeister darf in seiner Freizeit machen, was er will und mit wem er es will. Er sollte sich aber nicht über das Gesetz stellen. Denn das Gesetz, in diesem Fall BGB §535 VERPFLICHTET den Vermieter „...die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten.“
Ist das ein geeigneter Zustand?



 
Die schwarzen Stellen an der Decke sind die Brandspuren. Bei einem Brand entstehen grundsätzlich Schadstoffe. Die meisten dieser Schadstoffe sind gasförmig und können durch ausreichende Lüftungsmaßnahmen entfernt werden. Einige Schadstoffe sind jedoch an Rußpartikel gebunden und können sich mit dem Ruß auf allem Möglichen ablagern. Also, die schwarzen Stellen an der Tapete sind die Schadstoffe in Verbindung mit den Rußpartikel.
Weiter geht es. Sieht so eine intakte Wechselsprechanlage aus? 




Sieht so ein funktionierender Lichtschalter aus?




Die Schäden sind übrigens schon zwei Jahre und vier Monate alt. Die andere Seite argumentiert gerne mit einem Schwammbefall. Es fehlt bloß das Gutachten. Solange das Gutachten nicht vorliegt, ist das Gerede vom Schwamm heiße Luft. Das heißt – es gibt keinen Schwamm. Und wenn es keinen Schwamm gibt, dann bitte schön Herr Burmeister, sorgen Sie dafür, dass die Mängel zügig beseitigt werden. Alles klar?

Fazit:
Der Termin am 23.10.2014 dauerte eine Stunde und fünfundvierzig Minuten. Das ist das stolze Ergebnis. Ein Triumph des menschlichen Geistes. Die berühmte „Zickzacklösung“.



Es hat über einen Jahr gedauert, bis die defekte Spülung instandgesetzt worden war. Aus unserer Sicht ist es mehr als eine Schikane. Es ist der Versuch einer Demütigung und Erniedrigung des Mieters. Aber der Mieter lässt sich weder demütigen noch erniedrigen. Er lässt pfänden.
So geht das Jahr bei uns zu Ende. Auf ein Neues, weiteres Jahr mit unserem Blog und spannenden Geschichten aus dem Entmietungsgebiet Berlin, Prenzlauer Berg.

Bleiben Sie uns treu, empfehlen Sie uns weiter!
Die „Muppet Show“ aus der Gleimstraße 52.

NO PASARAN!